Calendar

Apr
18
Mi
Schwarz-Rote Kneipe: Oposition, politische Ökonomie, religiöse Ideologie in Iran @ AZ Aachen
Apr 18 um 18:30 – 23:00

Im Iran ist die im Jahr 1979 totalitär aufgezwungene Islamisierung darin gescheitert, aus den Iranern eine einzige „Partei Allahs” zu machen, die Hezbollah, wie sie Ayatollah Khomeini noch inständig als heiligsten Staatszweck beschwor. Von jeder europäischen Delegation zum Zwecke des „kritischen Dialoges”, inklusive zuvorkommender Haarbedeckung der weiblichen Mitreisenden, bekommen die iranischen Kleriker mehr Hochachtung entgegengebracht als von der iranischen Jugend. Nach einem hochrangigen Mullah ist das Gerede über das ökonomische Elend als zentraler Beweggrund für die Protestierenden „eine Nebelwand”. Die Intrige, zu der sich die Abtrünnigen viel mehr verschworen hätten, sei die blasphemische Trennung von Staat und Islam. Das sei der ursächliche Grund, dass in 61 Städten die Büros der Imame der wöchentlichen Khutbah-Predigten geplündert wurden. In Wahrheit ist in der „Islamischen Republik” – und nicht nur dort – die ökonomische Krise von der politischen nicht zu trennen. Die Protestierenden – oder ein Großteil von ihnen – täuscht sich darüber nicht: In diesen Tagen stören streikende Stahlarbeiter die Predigt des Imams unter den sarkastischen Slogan „Nieder mit den Arbeitern, Friede dem Unterdrücker” und rufen gegen die organisierte Projektion an: „Sie sagen, Amerika ist unser Feind. Doch unser Feind ist hier”. Über die Politische Ökonomie der Islamischen Republik Iran, ihr ideologisches Fundament und eine bislang allein gelassene antiklerikale Opposition spricht Danyal Casar, Autor von Cosmoproletarian Solidarität, der Konkret, jungle world und der sans phrase.

Es wird wie immer leckere, vegane Küfa gegen Spende geben.

Mai
10
Do
Kundgebung: Gegen die Karlspreisverleihung an Emmanuel Macron @ Vor dem Hörsaalzenrtum C.A.R.L.
Mai 10 um 13:00 – 16:00
Kundgebung: Gegen die Karlspreisverleihung an Emmanuel Macron @ Vor dem Hörsaalzenrtum C.A.R.L.

Gegen die Karlspreisverleihung an Emmanuel Macron

Am 10. Mai ist es mal wieder so weit: In Aachen wird der Karlspreis verliehen. Und dieses Jahr wird der französische Staatspräsident Emmanuel Macron höchstpersönlich geladen, um die Auszeichnung für seine Verdienste für ein geeintes Europa entgegenzunehmen.
Diese augenscheinliche Farce sollte nicht stillschweigend hingenommen werden. Denn Emmanuel Macrons neoliberale Politik, sowie die seiner gesamten Partei „En Marche“, befördert viel mehr die Spaltung der Menschen. Es handelt sich um eine Politik, die den Reichsten in die Hände spielt und dabei vor allem diejenigen mit den Füßen tritt, die am anderen Ende stehen wie Arbeits- und Obdachlose, Sans-Papiers (Menschen ohne Papiere) oder die immer mehr werdenden prekär Beschäftigten in Frankreich.
Mit der Fortführung des Loi-Travail zeigt sich Macron als eine Person, die es nicht auszuzeichnen gilt, sondern der mit Widerstand begegnet werden sollte. So wie es bereits 2016 geschah, als die Arbeitsmarktreform die Menschen in Massen auf die Straßen zog, welche dort mit wilden Demos, Blockaden und brennenden Autos mehr als deutlich machten, was sie von einer derartigen Neoliberalisierung hielten.

Mit dem Vorbild der deutschen Arbeitsgesetze wird unter der „En Marche“ Regierung eine Klassenpolitik vorangetrieben, die wir hierzulande nur zu gut kennengelernt haben und von der wir wissen, wie sie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander treibt. In Deutschland bewirkte die Agenda 2010 zum Beispiel einen enormen Anstieg an Leih- und Zeitarbeit sowie der Sanktionierungen und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten über die Hartz-Gesetze. Auch jedes weitere dort verabschiedete Gesetz scheint nichts anderes im Sinn zu haben als die kapitalistischen Interessen einiger Weniger zu bedienen. Hier findet eine Spaltung mitten in Europa statt! Inwieweit dies zu einem europäischen Zusammenhalt führen soll, ist mehr als fragwürdig.

Genauso fragwürdig erscheint auch der Umgang mit Geflüchteten und Sans-Papiers, die wie im Dschungel von Calais mit massiven Repressionen und Gewalt ihrer Würde beraubt werden und deren Zukunft nichts anderes in Aussicht stellt als Haft, Abschiebung oder ein Leben in Illegalität und hoffnungsloser Armut. Hier scheint die Verleihung des Preises aller höchstens dahingehend sinnvoll, als dass Macron als jemand geehrt wird, der die rassistische gesamteuropäische Abschiebepolitik mitträgt und sich damit einreiht in eine immer weiter nach rechts abdriftende hiesige Politik.

Dieser Rechtsruck spiegelt sich in Frankreich vor allem in der faschistischen Partei „Front National“ unter Marine Le Pen wider. Während es bei der letzten Wahl bereits zur Stichwahl zwischen Macron und Le Pen kam, gilt es abzuwarten, inwieweit Macrons Neoliberalisierungsschub noch mehr Menschen dazu bringt, Lösungen in nationalistischem Denken zu suchen. Ein solches Erstarken rechter Parteien und Bewegungen muss im Keim erstickt werden, weshalb Macrons Politik auch hierbei keine Option bleiben darf!

Dass das Anti-Atomkraft-Bündnis in Aachen protestieren wird, weil Macron Anteilshaber an den nächstgelegenen belgischen Atomkraftwerken ist, ist nur ein kleiner Wink in die richtige Richtung. Was es wirklich bedarf, ist ein antikapitalistischer Protest, der nicht nur die Auswirkungen des Kapitalismus kritisiert, sondern der die Überwindung dessen fordert! Das Ziel ist eine befreite Gesellschaft, die frei von Ausbeutung und Grenzen existiert und nicht das Abfeiern einer scheinbaren, suggerierten europäischen Einheit, die in Wirklichkeit in Nationalstaatdenken und kapitalistischer Interessenskonflikte zerfällt.

Kommt heraus zum antikapitalistischen Protest!
Ob am 1. Mai in Paris, am 09. Mai vor dem C.A.R.L. der RWTH Aachen oder am 10. Mai gegen die Verleihung des Karlspreises an Emmanuel Macron in Aachen! Überall wo die Machthabenden auftauchen werden wir sie herausfordern!
Kein Karlspreis für Macron!

Mai
16
Mi
Schwarz-Rote Kneipe: Regressiver Antikapitalismus und das antisemitische Ressentiment @ Autonomes Zentrum Aachen
Mai 16 um 18:30 – 23:00

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind
einfache Erklärungen. Geht es gegen Banken und „die Finanzmärkte“,
sind sich fast alle einig: Parteipolitiker, Gewerkschaften, Linke,
Rechte, diverse Verschwörungsphantasten und wer sonst alles in
Krisenzeiten das Wort ergreift. Alle miteinander halten sie “die
Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die Verursacher
der Krise. Auch manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn
findet sich da in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und
Frau Meier wieder. Wenn es gegen die „Zirkulationssphäre“ geht,
entstehen sonderbar anmutende Schulterschlüsse. Ein ebenso
verbreiteter wie unreflektierter Bauch-Antikapitalismus verwechselt
Gesellschaftskritik mit Wut auf „die da oben“, „Lügenpack“ und
„Lügenpresse“.

Die Nationalsozialisten setzten „die Gierigen“ mit „den Juden“ gleich.
Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum
Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Die
Aufspaltung des kapitalistischen Prinzips in „produktives Kapital“ auf
der einen und „das Finanzkapital“ auf der anderen Seite leistet einer
Dämonisierung des Finanzsektors Vorschub, die letztlich auf
antisemitische Stereotype zurückgreift. Blind dafür, was der Wahn vom
“Kampf der ehrlich Arbeitenden” gegen die “Gierigen, die die Völker
aussaugen” schon einmal angerichtet hat, sehnen sich viele nach
einfachen Antworten. Das macht sie anfällig für allerlei Demagogisches
und Autoritäres – ein auffälliger Kontrast zum allgegenwärtigen
deutschen Credo, man habe aus der Geschichte gelernt.

Der Vortrag beleuchtet oberflächlichen und personalisierenden
Antikapitalismus und behandelt Grundzüge einer reflektierten
Kapitalismuskritik, die der Referent für dringend notwendig hält.

Lothar Galow-Bergemann war freigestellter Personalrat in zwei
Großkliniken. Heute schreibt er u.a. in konkret, Jungle World und auf
emafrie.de.

Wie immer bei der Schwarz-Roten Kneipe wird eine Küfa gegen Spende und günstige Drinks angeboten. Kommt vorbei und bringt eure Freund_innen mit. Wir freuen uns auf euch.

16. Mai // 18:30 Uhr // AZ Aachen // Eintritt frei

Jun
20
Mi
Schwarz-Rote Kneipe: Hausbesetzungen – Was ist das? @ Autonomes Zentrum Aachen
Jun 20 um 18:30 – 22:00
Schwarz-Rote Kneipe: Hausbesetzungen - Was ist das? @ Autonomes Zentrum Aachen

Der Vortrag der Schwarz Roten Kneipe im Juni wird sich dieses Mal mit Thema Hausbesetzungen auseinandersetzen. Nachdem es in Deutschland seit den 90er Jahren sehr still um das Besetzen von Häusern geworden ist, scheint gerade wieder frischer Wind in die Bewegung zu kommen: #besetzen in Berlin ist da das beste Beispiel. Deshalb wollen wir auch in Aachen das Thema noch einmal zum Gegenstand eines Vortrags und vielleicht auch einer anschließenden Diskussion machen.

Im Laufe des Vortrags werden wir uns gemeinsam die verschiedenen Formen von Besetzungen ansehen und uns diese mit Beispielen näher veranschaulichen. Danach werden wir auch einen Blick über die Grenzen werfen und erfahren, wie in anderen Ländern unter anderen Gesetzgebungen Bewegungen rund um das Besetzen von Gebäuden entstehen und entstanden sind.

Es wird wie immer leckere, vegane Küfa, günstige Drinks und einen coolen Kicker geben. Der Eintritt ist frei. Kommt rum! Wir freuen uns schon auf euch.

Aug
16
Do
Antifa-Camp 2018 im Rheinland! @ Rheinland
Aug 16 – Aug 19 ganztägig
Antifa-Camp 2018 im Rheinland! @ Rheinland

Der Rechtsruck verschärft sich immer mehr, und das nicht erst, seitdem die AfD im Bundestag sitzt. Umso wichtiger ist nun eine starke antifaschistische Bewegung. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem diese Bewegung zusammenkommen, sich verknüpfen und austauschen kann und laden euch deshalb zum Antifa-Camp im Rheinland ein.

Wir, das sind Antifaschist*innen aus Gruppen in diversen Klein- und Großstädten in NRW. Abseits des Alltags wollen wir uns gemeinsam mit euch Zeit nehmen für Debatten und eine Vernetzung untereinander.

Über vier Tage (Donnerstag bis Sonntag) bieten wir euch Vorträge, Workshops, Vernetzung, Kultur, Konzerte und natürlich viel Zeit zum Diskutieren und einander Kennenlernen. Wir richten uns sowohl an unorganisierte Interessierte ohne Vorerfahrung als auch an Menschen, die schon (seit Jahren) antifaschistisch aktiv und organisiert sind. Die Vermittlung von Grundkenntnissen werden ebenso Teil des Programms sein wie Angebote zur inhaltlichen Vertiefung, Diskussionen zu aktuellen Themen und Aktionstrainings für den Widerstand auf der Straße.

Wir freuen uns auf vier spannende Tage mit euch!

Karten gibt es bei der Schwarz-Roten Kneipe sowie bei der Anarchist Kitchen im Autonomen Zentrum Aachen.

Weitere Infos gibt es auf antifa.camp